Schachspieler wütend auf Microsoft

Im Schachspiel "Garry Kasparow gegen die Welt" soll Microsoft einen Zug unterschlagen haben.
Seit vier Monaten liefert sich der mehrfache Schach-Weltmeister Garry
Kasparow im Internet ein Schach-Duell sozusagen mit dem Rest der Welt. Während der Russe die weißen Figuren alleine führt, entscheiden seine Gegner per Abstimmung gemeinsam über ihre Züge. Kurz vor dem absehbaren Ende der Partie wendet sich der Zorn der Internet-Schachgemeinde gegen Microsoft als technischer Ausstatter. Der Software-Riese soll den 58. Zug der Kasparow-Herausforderer unterschlagen und den anschließenden "Harakiri-Zug" der Gemeinschaft ignoriert haben.
In Microsofts Netzangebot "Gaming Zone" beschweren sich
Schachfreunde, dass die Company ein Kunstwerk zerstört und das bisher vielbeachtete Spiel in ein Fiasko verwandelt habe. Microsoft wiederum betonte seine Neutralität in der Partie und behauptet, regelkonform gehandelt zu haben.
Tatsächlich ist die Lage unübersichtlich. Im bisherigen Spielverlauf
hat sich bei den Kasparow-Herausforderern die 15jaehrige US-Spielerin Irina Krush durch einige geniale Zugvorschläge hervorgetan. Ausgerechnet in einer heiklen Phase der Partie hatte Krush Rechnerprobleme, woraufhin der Vorschlag für den 58. Zug angeblich zu spät einging, um auf der Microsoft-Seite veröffentlicht zu werden.
Der Alternativ-Zug, für den die Mehrheit stimmte, stellte sich als
schlechter heraus.
Was die Schach-Gemeinschaft allerdings wirklich in Rage brachte, war die Tatsache, dass Microsoft einen in der Folge mehrheitlich beschlossenen Protest-Zug ignorierte, der den Verlust der Dame und
aller Hoffnungen bedeutet hätte. Die Kasparow-Herausforderer nehmen für sich das Recht in Anspruch, auch einen solchen Spielzug zu unternehmen, wenn er denn von der Mehrheit der Teilnehmer gewünscht werde. Im konkreten Fall hatten zwei Drittel der Mitspieler für die "Harakiri-Aktion" gestimmt.

Mit freundlicher Genehmigung durch http://www.pc-magazin.de/

 

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